Mein Caddy Aus- und Umbau 2018

Mein Nachbar Werner hat aus beruflichen Gründen einen Caddy. Ich bin immer drum herum geschlichen und habe von den 1980er Jahren und dem Talbot geträumt. 2018 habe ich mich dann mehrfach mit Zollstock und Blatt Papier in den Caddy von Werner verzogen, habe gemessen und probiert, mit Bierkisten, Brettern und allem, was entsprechende Maße hatte. Dank der Tipps meines Nachbarn habe ich dann einen passenden roten Caddy in Hildesheim gefunden. Für mich war wichtig: 2 Schiebetüren und 2 Türen am Heck, also keine nach oben aufgehende Klappe. Das die Farbe dazu passte *perfekt und ein Diesel mit knapp 200 000 km läuft noch einige Zeit.

Den Aus- und Umbau habe ich dann auf dem Bürgersteig vor dem Haus erledigt. Dankenswerterweise haben mir Nachbar Werner einen Akkuschrauber und meine Frau Christiane ihre Stichsäge geliehen. Den Rest an Kleinwerkzeug habe ich selber *es braucht nicht viel 🙂

Schnell war klar, dass ich eine feste Bodenplatte benötige (12mm Multiplex) und ich gerne den rechten hinteren Sitz im Winter verwenden möchte. Nachdem ich den alten Ausbauplan für den Talbot wiedergefunden hatte, war klar, wie der weitere Ausbau ablaufen sollte, da die positiven Erinnerungen an die vielen Reisen sofort wieder vor dem Gesicht auftauchten.

Ein Problem ergab sich relativ schnell. Ich hatte noch meine alte Elektrolux-Kühlbox von vor 20 Jahren in der Garage und wollte sie natürlich einbauen. Der Talbot damals hatte genau an dieser Stelle mehr Platz (vor allem in der Höhe). Nachdem ich zunächst in Betracht gezogen hatte, die Box nachts immer umzustellen, erschien mir dies nach reiflicher überlegung doch nicht elegant genug. Ich entschied mich (und habe es nicht bereut) für den Kauf einer Dometic CoolFreeze CF 16 Kompressor-Kühlbox mit 15 L Inhalt.

Den Grundaufbau (hinterer Teil) kannst du hier sehen. Die Sitz-Höhe beträgt 34 cm, das Material Multiplex 12 mm der mittlere Abstand 53 cm (zwischen den Sitzflächen). Die mittlere Platte wird, als Verwendung zur Liegefläche umgekehrt auf die Leisten gelegt. Ich habe mich entschieden, diesen Teil fest einzubauen. Es dürfte aber ohne Probleme möglich sein, diesen Ausbau -ähnlich wie bei den fertig gekauften Ausbauten- kompakt, herausnehmbar zu bauen. Ich würde dann die seitlichen Sitzflächen als als fertige Kästen bauen, du verlierst dadurch lediglich 12mm an Höhe, durch das zusätzliche Brett unten. Im Bodenbrett oder deiner entsprechenden Caddy-Version würde ich die Kästen dann passend fixieren. „Läuft“ würde ich sagen.

Die vordere Liegefläche besteht aus zwei je klappbaren Platten (rechts + links) der Größe 55 x 65 xm (ausgeklappt 110 x 65cm). Die Platten werden entsprechend dem Rahmen und der hinteren Liegefläche angepasst. Damit sie nicht verrutschen, habe ich sie jeweils an drei Stellen mit einer Stiftschraube versehen, die in vorgebohrte Löcher im Rahmen eingesteckt werden. Das Loch für den Fuß des Innentisches wird entsprechend angepasst, ebenso sind an den Seiten leichte Rundungen vorzunehmen. Die Herstellung ist unkompliziert, da die beiden Liegeflächen einzeln herausnehmbar sind.

Der Kocher ist an der linken hinteren Tür verbaut. Ich liebe diese Art von Türen, da sie es ermöglichen, sowohl bei Sonne (außerhalb) als auch bei Regen (innerhalb) zu kochen. Der Kocher sitzt absolut fest und ist in allen Richtungen bewegbar (waagerechte Position). Mithilfe der Mittelschraube kann der ganze Kocher abgebaut werden

Das folgende Bild zeigt euch, wie es unter der Verkleidung ausschaut. Damit wirklich nichts passieren kann, habe ich eine 3mm dicke Metallplatte eingebaut, die den Kocher hält.

Jetzt wird nur die selbsthergestellte Verkleidung aufgeschraubt. Fertig. Mit dem Gummi eines Einmachglases verhinderst du, dass der Gasschlauch beim Schließen der Tür eingeklemmt wird.

Von meiner Seite ist zunächst alles gesagt bzw. geschrieben. Fragen? Schreibt mir gerne *siehe Kontakt. Jetzt noch einige wichtige Informationen zu den Kosten:

1. Packtaschen von Vanessa-mobilcamping.de für 265,- €

2. Blickdicht Matten (Verdunkelung vorne) von blickdicht-manufactur.de für ebenfalls 265,- €

3. Schaumstoff, Bezug und nähen lassen für 300,- €

4. Dometic Kompressor Kühlbiox CF16 mit 15 Liter Inhalt z.B. bei campingwagner.de für 415,- €

5. die Victron ppp 40 Ah Lithium-Ionen Batterie z.B. bei offgridtec.com für 550,- € (muss nicht sein, gibt aber ein gutes Gefühl, wenn du mehr als eine Woche unterwegs bis -ohne Campingplatz)

6. Bamboo Compakt Tisch 80×60 cm bei Obelink.de für 85,-€

7. 2mm Filz für die Deko bei selbstklebefilz.de, ca. 60,- €

8. Lüftungsgitter für die rechte Seitentür bei lila-bus-shop.de für 75,- €

9. Spanngurte (motounion.de) und Metallrohr (prokilo.de) für die Befestigung des Kopfteiles der Liegefläche ca. 60,- €

10. Holz, Blech und Kleinmaterial ca. 500,- €

11. OBI Cadiz „S“ Kisten 38×27,5×26,5 cm / 4 Stück 32,- €

12. Campingaz Flasche (Typ 907, 2,7 kg) + Kocher + Schlauch + Druckventil ca. 130,- €

13. Werkstattlampe mit Magnet (Schpers / werkzeug-vertrieb.de) für 59,- €

14. Dachlüftungshaube, z.B. reimo-pan.de für 85,- €

15. Wenn ich für spezielles Kochgeschirr und Kleinigkeiten noch einmal 150,- € hinzurechne …

macht das in der Summe rund 3000,- €

Schaut mal nach (bei den richtig teuren Anbietern müsst ihr erst nachfragen), was ihr für rund 3000,- € bei den diversen Fertigprodukten bekommt: reimo.de / biberbox / highcamper.de / vanessa-mobilcamping.de / rc-camper.de / rainbow-mobil.de / Wo-bu.de / matschu-und-piste.de / qubiq.at / kauai-camper.de / campingvan.de / ququq.info / biberbox.de … und was alles nicht dabei ist 🙂

Mein kleiner roter Caddy hat gebraucht knapp über 4000,- gekostet

Unterwegs mit dem Caddy ab 2018

Nachdem die größten Umbauarbeiten im September 2018 erledigt waren, konnten wir ab Oktober „kleine Fluchten“ aus dem Alltag unternehmen und gleich mal „Landvergnügen“ ausprobieren (https://landvergnuegen.com/ ). In der Tat ein Vergnügen. Vom Weingut Platten an der Mosel zu Bolds Schnappsideen in Neuwirtshaus am Südrand der Rhön. Wir haben es uns in diesen digitalen Zeiten zur Gewohnheit gemacht, immer mit der guten alten Straßenkarte aus dem Jahr 2006 unterwegs zu sein, also ohne navi oder google maps. Es ist sehr spannend, man sieht die Landschaft ganz anders, als von der Autobahn und entdeckt immer wieder etwas Neues.

2019 stand schon mehr auf dem Programm, z.B. im April einfach mal die B8 entlangfahren, die quasi direkt vor unserer Haustür entlangführt. über Duisburg hat es mehr schlecht als recht bis Wesel geklappt. Da der dortige Campingplatz „unfreundliuch“ geführt wird, sind wir weiter bis Niymegen an der Waal gefahren um dort traumhaft zu stehen.

Im August dann überHeidelberg (Hofladen Querbeet), ruderatshofen nach Südtirol um den Meraner Höhenweg zu erwandern. Später noch in Bremen, Weinstadt un dim September richtung Spanien ebenfalls in Sachen Wanderung.

Der Start in das Jahr war leider weder „Reise- noch Camping-tauglich“. Die Corona-Pandemie verhinderte bis Anfang Juni alles und seit dem sind die Campingplätze voll / aufgrund der Hygienevorschriften aber nur teilweise belegbar (:
2020: 10 Tage MeckPomm / Camping Nahe Wismar / man darf wieder nach MeckPomm reisen *Corona*

Wie sah mein ausgebauter Talbot City-Laster 1980 aus?

Hier einige Informationen vom Innenausbau. Es gibt dazu einen genauen Bauplan mit allen Angaben, den ich gerne als pdf-Datei zusende, einfach nachfragen. Die ersten Seiten sehen so aus:

Teil II: die Bauanleitung

Möchte du als pdf zugeschickt bekommen? Schicke eine mail an: georg.steinhausen@netcologne.de

Mit dem Talbot in den 1980ern unterwegs

Portugal, Italien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Griechenland, Türkei, Tunesien, Algerien.. stets mit großer Freude im kleinen Roten.





1981 Portugal
1983 Algerien (Italien-Tunesien-algerien-Frankreich)
1984 Türkei